Gefahrengüter                  

Was sind Gegfahrengüter ?

Alle Güter, die durch ihre Eigenschaften eine direkte oder indirekte Gefahr darstellen, werden als Gefahrgüter klassifiziert. Sie sind beim Transport besonders zu kennzeichnen und unterliegen speziellen Gesetzen, die den Transport gefährdeter Güter regeln (GGV(S) = Gefahrenstoffverordnung (Strasse)).

Durch welche Unterschiede zeichnen sich gefährdete Güter aus ?

Die Güter werden in verschiedene Gefahrenklasse eingeteilt, die ebenfalls durch die GGVS geregelt werden. Es gibt insgesamt 9 Hauptgruppen :

1. Explosive Stoffe und Gegenstände
2. Verdichtete, verflüssigte und unter Druck gelöste Gase
3. Entzündbare Stoffe
4 . Brandfördernde Stoffe
5 . Giftige Stoffe
6 . Radioaktive Stoffe
7 . Ätzende Stoffe
8 . Verschiedene gefährdete Stoffe

Zu diesen 8 Hauptgruppen gibt es noch Untergruppen, die die Stoffe speziell auszeichnen :

3 .1 Entzündbare feste Stoffe
3 .2 Selbstentzündbare Stoffe
3 .3 Wasserempfindliche Stoffe
4 .1 Brandfördernde Stoffe
4 .2 Organische Peroxyde
4 .1 Giftige Stoffe
4 .2 Ansteckbare Stoffe

Für alle brennbaren Flüssigkeiten gibt es eine gesonderte Verordnung, die VbF (Verordnung brennbarer Flüssigkeiten). Diese Verordnung befasst sich mit dem Transport, Lagerung und Abfüllung brennbarer Flüssigkeiten. Die Flüssigkeiten werden hierbei in zwei Hauptgruppen unterteilt :

A - mit Wasser nicht mischbar
B - mit Wasser mischbar

Klasse A wird noch einmal unterteilt :

A I Flammpunkt unter 21 °C
A II Flammpunkt zwischen 21 °C und 55 °C
A III Flammpunkt zwischen 55 °C und 100 °C

Was bedeuten die Bezeichnungen auf den Fahrzeugen ?

- In der oberen Hälfte der Gefahrentafel steht die Gefahren-Nummer, die die Gefahr des   transportierten Stoffes charakterisiert.
- In der unteren Hälfte steht die Stoffnummer, die dem jeweiligen Gefahrgut von der UNO zugeteilt   wurde.

Bedeutung der Gefahren-Nummern :

2 tiefgekühltes Gas
3 entzündbare flüssige Stoffe
4 entzündbare feste Stoffe
5 Oxydierende Stoffe
6 Gift
7 Radioaktivität
8 Ätzend
9 Spontane heftige Reaktion
X Stoff reagiert mit Wasser
0 wird angefügt, wenn keine besondere Gefahr besteht

Die Verdoppelung der Ziffer weist auf eine Zunahme der entsprechenden Gefahr hin !!!!

Welche Massnahmen muss die Feuerwehr treffen, wenn es sich um einen Gefahrgutunfall handelt ?

Es müssen folgende Massnahmen getroffen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten :

- Art des Schadstoffes feststellen
- Absperren der Einsatzstelle (50 m)
- Menschenrettung einleiten
- Warnung der Bevölkerung
- Rettungsdienst anfordern
- Brandschutz sicherstellen
- Ausbreitung verhindern
- Schadstoffe auffangen
- Abdichten von Leckagen
- Anbringen von Streu- und Bindemitteln
- Auffangen von Schadstoffen auf dem Gewässer
- Nachfolgende Kräfte über die Lage in Kenntnis setzen


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Die CEFIC-"Emergency Response Intervention Cards" (ERI-Cards) geben der Feuerwehr Hinweise über erste Einsatzmassnahmen, wenn sie beim Eintreffen am Ereignisort eines Gefahrgutunfalls keine zuverlässigen stoffspezifischen Informationen zur Verfügung haben.

ERI-Cards sind gedacht für die Anwendung durch Feuerwehren, die für Gefahrstoffeinsätze ausgebildet sind. Sie enthalten Informationen und Verfahrensweisen, die Spezialausrüstung erfordern können.

 


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Aufgrund der gruppenspezifischen Informationsstruktur kann eine ERI-Card aber nie ein Ersatz für spezielle Stoffinformationen sein, die von zuverlässiger Quelle erhalten wurden (Z.B. Sicherheitsdatenblatt, Referenzdatenbanken, Industrieexperten). Deshalb bedürfen ERI-Cards immer eine vernünftige Einschätzung, wobei man den besonderen Umständen jedes Unfalls in Rechnung trägt.

Die Auswahl der zutreffenden ERI-Card erfolgt über die UN-Nummer oder den Stoffnamen wie in der B5-Liste des Anhangs zum ADR aufgeführt.

Nicht abgedeckt sind Stoffe der Klasse 1 (Explosivstoffe) und 7 (Radioaktivstoffe), da sie in den meisten europäischen Ländern schon durch spezifische nationale Regelungen erfasst sind.


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